So sind Doggen
Die Deutsche Dogge ist nicht irgendein großer Hund. Sie ist extrem auf Menschen bezogen. »Ihr Charakter ist friedlich, liebevoll und anhänglich gegen die Angehörigen, besonders gegen Kinder«, wie es im Rassestandard heißt. Sie ist sehr verträglich, nicht nur mit anderen Deutschen Doggen, sondern auch mit anderen Rassen, wobei sie sich von Vertretern kleinerer Rassen fast alles gefallen läßt. Die Deutsche Dogge ist ein Hund mit einer sehr hohen Reizschwelle, ruhig und ausgeglichen, dabei aber nicht phlegmatisch, sondern an allem interessiert. Sie behält ihre Menschen ständig im Auge, möchte immer dabei sein und am liebsten all das tun, was die Menschen auch machen. Dabei beobachtet sie ganz genau und weiß meistens schon im voraus, was ihr Besitzer als nächstes tun will. Im Gegensatz zu anderen Rassen, für die der Blick Auge in Auge oft schon eine unzumutbare Provokation darstellt, hält die Deutsche Dogge ohne Emotionen den Blick des Menschen aus. Oftmals sucht sie selbst mit ihren ausdrucksvollen, dunklen Augen den ständigen Blickkontakt. Wer einmal eine Deutsche Dogge sein eigen nennen durfte, weiß, wie sich in diesen Augen Freude, Übermut, Dankbarkeit oder Trauer wiederspiegeln können. Aber auch mancher Fremde wird die Augen der Dogge nicht mehr vergessen, deren Mißtrauen oder Wut er provoziert hat. Dies menschenbezogene Wesen wird verständlich, wenn man sich den Ursprung der Doggen und Doggenarten vergegenwärtigt.
Das augenfälligste Merkmal der Deutschen Dogge ist ihre Größe. Vor der Entstehung der Deutschen Dogge als Rasse verstand man unter Dogge zunächst einen großen, starken Hund. Im Laufe der Rasseentwicklung ist die Dogge dann immer größer geworden. Der heutige Standard schreibt lediglich Mindestgrößen vor. Für Rüden gelten 80 cm Widerristhöhe, für Hündinnen 72 cm. Es ist gewünscht, daß diese Maße wesentlich überschritten werden. Dank einer fundierten Ausbildung und Fortbildung der Formwertrichter und Körmeister wird heute ein gesunder Körperbau mit korrekten Bewegungsablauf als erste Voraussetzung auf Ausstellungen angesehen. Erst wenn diese Vorbedingungen nicht zu beanstanden sind, wird das Augenmerk auf andere Merkmale, z.b. die Größe oder Farbe, gerichtet und entsprechend bewertet. Gerade die Größe ist aber auch, die viele Menschen vom Erwerb einer Deutschen Dogge abhält. In der Wohnung kann ein so großer Hund gelegentlich ein wenig unhandlich sein. Die Deutsche Dogge ist jedoch sehr ruhig, vorsichtig und angenehmer als die meisten kleineren Hunde. Ein ruhiger Platz mit einer überzogenen, genügend großen Schaumstoffunterlage sollte vorhanden sein. Auf ihrem Platz fühlt sie sich ausgesprochen wohl und kann dort stundenlang schlafend ausruhen oder einfach ihre Umgebung beobachten. Sollte ein Kleinkind zur Familie gehören, so ist es durchaus normal, daß Dogge und Kind zusammen auf der Decke schlafen. Grundsätzlich möchte die Dogge immer mit ihrer Familie zusammensein. Man kann sie nicht in einen weniger Quadratmeter messenden Zwinger sperrern und nur nach Bedarf herausholen, wie dies häufig mit zum Sportgerät degradierten Gebrauchshunden passiert.
Eine Deutsche Dogge ist ein Familienmitglied, die Familie ist ihr Rudel. Eine gut erzogene Deutsche Dogge ist trotz ihrer Größe aufgrund ihres ausgeglichenen Charakters und ihres plegeleichten kurzen Fells ein idealer Wohnungshund. Auch auf Urlaubsreisen und im Hotelzimmer benimmt sie sich tadellos. Man muß höchstens damit rechnen, daß sie es sich im Bett gemütlich macht. Durch ihre ruhige und friedliche Art wird sie schnell zum Kind in der Familie. Dabei sind es vor allem Hündinnen, die es meisterhaft verstehen, ihre Menschen um den Finger zu wickeln, wie es normalerweise Töchter mit ihren Vätern machen. Allzuoft unterlaufen sie dabei die eigentliche beabsichtigte Erzeihung. Obwohl die Deutsche Dogge manchmal den Eindruck eines ausgesprochen faulen Hundes erweckt, geht sie mit Begeisterung auf ihren täglichen Spaziergang. Nur vom Gang in Regenwetter scheint sie nichts zu halten. Eine bestimmte Kilometerleistung muß dabei weder von Hund noch Herrn erbracht werden.
Allgemeines Erscheinungsbild
Die Deutsche Dogge vereinigt in ihrer edlen Gesamterscheinung bei einem großen, kräftigen und wohlgefügten Körperbau Stolz, Kraft und Eleganz. Durch Substanz, gepaart mit Adel, Harmonie der Erscheinung, einer wohlproportionierten Linienführung sowie ihrem besonders ausdruckvollen Kopf, wirkt sie auf den Betrachter wie eine edle Statue. Sie ist der Apoll unter den Hunderassen.
Wichtige Proportionen
Das Gebäude erscheint nahezu quadratisch; dies gilt besonders für Rüden. Die Rumpflänge (Brustbeinspitze bis Sitzbeinhöcker) soll die Widerristhöhe bei Rüden um nicht meht als 5 % und bei Hündinnen um nicht mehr als 10 % überschreiten. Die Widerristhöhe beträgt bei Rüden mindestens 80 cm und bei Hündinnen mindestens 72 cm.
Verhalten/Charakter (Wesen)
Freundlich, liebevoll und anhänglich gegenüber ihren Besitzern, besonders gegenüber den Kindern; zurückhaltend gegenüber Fremden. Gefordert wird ein selbstsicherer, unerschrockener, leichtführiger, gelehriger Begleit- und Familienhund mit einer hohen Reizschwelle, ohne Aggressivverhalten.
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